Testbericht zur Maybach Lester Earl Grey '60 Slim Taper Aged

Nah dran am Holy Grail - Maybach Lester Earl Grey '60 Slim Taper Aged

Wer sich das Portfolio vom tschechisch/deutschen Hersteller Maybach ansieht, merkt schnell wo die Reise hingeht. Nämlich Richtung Vergangenheit. Der Fokus wird auf die heiligen Zeiten (50er-60er) des E-Gitarrenbaus gelegt. Da juckt es schon in den Fingern, das Flaggschiff Lester mal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Wie der Name schon ahnen lässt, ist die Maybach Lester an den legendären Gibson Les Paul Modellen der frühen Jahre orientiert.

In Zeiten, wo eine gut erhaltene Les Paul von 1959 durchaus für über 200.000€ über die Theke geht ist es umso interessanter, wenn Underdogs sich mit sehr guten Kopien den Originalen zum günstigen Kurs nähern.

 

Hier die Fakten

Bei der Konstruktion erwarten uns vertraute Komponenten. Mahagonikorpus trifft auf Ahorndecke, trifft auf Mahagonihals mit Palisandergriffbrett. Am Kopf finden wir hochwertige Mechaniken von Gotoh. Bei den Humbuckern handelt es sich um die Spirit of 59-Aggregate  von Amber Pickups. Zwei Lautstärke-, zwei Tonpotis und der klassische Toggleswitch steuern das Ganze. Anders würde man es auch nicht von einem LP-Modell erwarten. Jetzt aber genug der Langeweile…kann mal jemand bitte den Röhrenamp anwerfen?!

Sound

In der Zeit, in der die Röhren warm werden, nehmen wir die Maybach zunächst „unplugged“ unter die Lupe. Als allererstes fällt das angenehm, geringe Gewicht von 3,6kg auf. Wir haben es mit einem echten Leichtgewicht zu tun...für Les Paul-Verhältnisse jedenfalls. Es fühlt sich alles vertraut und eingespielt an. Die Akkorde klingen erstaunlich offen und laut. Für eine LP twangt, strahlt und sprudelt es schon gewaltig. Das kennt man bei vergleichbaren Modellen sonst eher dumpfer.  Dank des schmalen 60s-Style-Halsprofils flutscht es nur so. Die Gitarre spielt sich quasi wie von selbst. Wirklich sehr komfortabel!

Am Verstärker schreit die Lester nur so nach Riffs. Da ist er, der Ton wie man ihn von alten Les Pauls kennt. Gar nicht mal so überfett und wuchtig, eher transparent und durchsetzungsfähig. Nicht umsonst vergleicht man den Sound der Ur-Les Pauls mit dem einer Telecaster auf Steroiden. Das bringt es so ziemlich auf den Punkt. Es ist eine Mischung aus Wärme und Twang, die einem widerfährt. Mit dieser Gitarre scheint echt alles möglich zu sein: Led Zeppelin und AC/DC am Stegpickup, Gary Moore und Jimi Hendrix (!) am Halspickup und die Zwischenposition lässt sogar Knopfleresque Klänge ertönen. Den Sweet-Spot erreicht man am besten mit einem leicht zerrenden Röhrenamp oder alternativ mit einem guten Tube Screamer... „Helter Skelter“ lässt grüßen!

Mit entsprechend härteren Verzerrern meistert man auch Hard-Rock und Heavy Metal-Riffs mit Bravour und komplett clean kann die Lester auch ganz gut: dreht man beim Hals-Pickup den Tone etwas zurück, erhält man herrliche Jazz-Klänge zum Dahinschmelzen. Der Kollege am Steg meistert souverän jedes Funky-Lick.

Fazit

Wow, was für eine Waffe! Die Maybach Lester Earl Grey begeistert auf ganzer Linie. Verarbeitung, Haptik und Klang sind wirklich überdurchschnittlich. Klar, über 2000 Euro für eine „No-Name“-Gitarre mag vielleicht etwas abschrecken. Die Maybach ist jedoch ihr Geld absolut wert. Preis-Leistung steht in einem mehr als ausgewogenen Verhältnis.

Um das Paket perfekt zu machen kommt die Maybach im stylischen Paisley-Koffer, denn Schutz kann auch schön sein. Hierfür gibt’s nochmal einen Ehrenpunkt.

Jetzt heißt es vorbeikommen und ausprobieren. Aber Vorsicht: It’s cool, man!

 

by Ruben Zimmermann

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