Das Saxophon Mundstück verleiht dem wundervollen Instrument seinen weichen Klang. Ein strahlender, meist goldfarben glänzender Korpus mit ästhetisch geschwungener Form, gepaart mit einem wundervollem Klang. Von ganz klein als Sopranino bis hin zum mächtigen Bariton-Saxophon, oder sogar noch größer. Ganz egal, ob als Big-Band Instrument, in Blaskapellen, Orchestern, bei Jazz als Solo-Stimme oder mit mehreren Instrumenten als „Bläsersatz“. Das Saxophon ist ein sehr vielseitiges Holzblasinstrument.
Holzblasinstrument? Es besteht doch aus Metall, warum soll es dann zu den Holzbläsern zählen?
Hier gibt es immer wieder verschiedene Aussagen und Diskussionen. Die einen sagen, dass es an dem Schilf-Blättchen liegt, welches am Mundstück angebracht wird. Andere behaupten, es liegt daran, dass es sich aus der Flöte entwickelt hat und diese war schließlich früher immer aus Holz gefertigt, weil es sie schon seit vielen hundert Jahren gibt. All das hat definitiv damit zu tun, aber der Grund, dass ein Saxophon zu den Holzblasinstrumenten gehört, hat einen anderen Hintergrund.
Jedes Instrument, das zur Familie der Holzblasinstrumente gehört, besitzt eine sogenannte „geteilte Luftsäule“. Das bedeutet, dass die Luft im Instrument nicht nur aus dem Schallbecher entweicht, sondern auch aus allen anderen, nicht geschlossenen Öffnungen, wie Klappen oder Löchern. Das unterscheidet ein Holzblasinstrument grundlegend von einem Blechblasinstrument, bei dem es nur eine Öffnung gibt. Den Schallbecher, bzw. Trichter. Genau genommen wäre ein Gartenschlauch mit Trichter am Ende ein Blechblasinstrument. Das aber nur am Rande.
Kleiner historischer Ausflug
Der Belgier Adolph Sax, erfand 1840 ein neues Instrument und nannte es „Saxophon“. Er wollte ein Holzblasinstrument bauen, welches deutlich tiefer und weicher klingt als eine Klarinette oder eine Oboe. 1846 ließ er seine Erfindung patentierten. 1929 übergab Sax seine florierende Firma an den Franzosen Henry Selmer, der die Firma in Paris weiterführte. Heute noch ist Selmer einer der renommiertesten Hersteller und bei Profis und leidenschaftlichen Spielern sehr beliebt. Den Durchbruch hatte das Saxophon in den 1920er und 1930er Jahren. Big-Band Größen wie Glenn Miller, Benny Goodman oder Duke Ellington etablierten das Saxophon und gaben ihm einen festen Platz im Orchester. Was wäre die Welt heute ohne das Saxophon? Auf jeden Fall würde ein großes Stück Musikgeschichte fehlen, oder müsste gewaltig umgeschrieben werden. Danke Adolph Sax.
Neues Saxophon Mundstück – besserer Klang?
Es ist zwar Fakt, dass ein Mundstück den Klang eines Instruments stark beeinflusst, jedoch ist diese eine Komponente nicht der einzige Faktor. Vor allem der Spieler und auch das Blatt tragen selbstverständlich zur Klanggestaltung bei. Zunächst sollte man eine Zeit spielen und üben. Nach etwa einem oder zwei Jahren, je nach Intensität und Fortschritt, wenn die Basis geschaffen, die Lippenmuskulatur aufgebaut ist und man schon ein Gefühl für den Ton hat, kann man damit beginnen, neue Mundstücke zu testen. Je nachdem, welche Musikrichtung oder welchen Stil man verfolgt, kann man aus verschiedenen Herstellern und Modellen wählen.
Unglaublich viele Möglichkeiten an Mundstücken
Die Auswahl kann zur „Aus-Qual“ werden, da es unzählige Optionen gibt. Wir als Fachhandel haben stets eine Auswahl an Mundstücken vorrätig, die den Querschnitt der jeweiligen Hersteller darstellt und man so als Kunde eine große Bandbreite testen kann. Grundsätzlich sind zwei Faktoren bei der Auswahl des neuen Mundstückes wichtig.
Zunächst die „Bahn“. Diese wird von den Firmen unterschiedlich angegeben. Als Zahl, Buchstabe oder Sternchen (beispielsweise 4C oder auch C*). Während das Blatt am hinteren, dicken Ende mit dem Mundstück über die Blattschraube verbunden ist, kann der vordere, dünne Teil frei schwingen.
Wie stark das Blatt schwingen kann, beschreibt die Bahn, nicht die Blattstärke. Bei einer offeneren Bahn können leichtere Blätter gespielt werden, da sie leichter zu schwingen beginnen. Hier gilt auch, je offener und weiter die Bahn, desto voller und flexibler der Ton. Sollte man mit einem stärkerem Blatt spielen, bedeutet es, dass man mehr Luft und mehr Kraft benötigt. Bei weiter geschlossenen Bahnen ist es genau anders herum. Hier ist es sogar nötig ein stärkeres Blatt zu verwenden. Ein leichtes Blatt würde durch die starke Schwingung zu schnell an der Mundstückwand kleben. Ein weiterer Aspekt ist, dass offene Bahnen zwar voller klingen, aber nicht so schnell ansprechen. Hier ist eine geschlossene Bahn sinnvoller, damit „das Horn gut losgeht“.
Wichtig ist, dass man sich selbst wohl fühlt. Sinnvoll wäre, sich zunächst einige verschiedene Blätter zum Testen anzuschaffen. Eventuell ist eines dabei, bei dem sofort klar ist, das es nicht passt. In einigen Monaten könnte es aber ganz anders ausstehen. Somit schadet es nicht, immer auf der Suche nach der Verbesserung sein.
Materialvielfalt
Mundstücke können den Klang eines Instruments stark beeinflussen. Ein Faktor ist, aus was sie gefertigt sind. Verwendet werden Metalle, Kunststoffe oder Kautschuk, ein Naturmaterial.
Das meist verwendete Material für hochwertigere Mundstücke ist tatsächlich Kautschuk. Ein natürlicher Rohstoff, dessen Grundform flüssiges Latex ist. Dem klebrigen Sekret des Gummibaumes. Dieses Material liefert dafür ideale Eigenschaften. Stabil aber dennoch flexibel. Namhafte Hersteller wie Selmer fertigen ihre Bestseller wie die „S80“ Modelle standardmäßig aus Kautschuk.
Mundstücke gibt es in den verschiedensten Varianten. Ein ausschlaggebender Punkt, neben dem Grundmaterial, der den Klang bedeutend verändert, ist die „Bahn“. Hiervon spricht man, wenn man die Öffnung an der Unterseite des Mundstücks beschreibt. Bahnen sind unterschiedlich lang und breit, laufen unterschiedlich konisch zu und liefern auch einen unterschiedlichen Winkel zwischen Blatt und Mundstück. Daher kann man sich vorstellen, wie viele Optionen es gibt. Je nachdem welche Bahn man verwendet werden auch unterschiedliche Blätter verwendet.
Wer also sein Mundstück ändert, wird auf kurz oder lang auch das Blatt, gegen ein anderes tauschen. Um herauszufinden, welches Mundstück zu einem passt, sollte ein Fachgeschäft aufsuchen und sich dort von geschultem und kompetentem Personal beraten lassen. Wir als Fachhandel für Holzblasinstrumente haben stets eine große Auswahl an Mundstücken verfügbar, welche auf Wunsch jederzeit getestet werden können. Zudem können wir in unserer Holzblas-Meisterwerkstatt Reparaturen an Saxophonen, Klarinetten, Querflöten, und anderen Holzblasinstrumenten jederzeit zuverlässig und schnell vornehmen.
(Autor: Bastian Konik)